Samstag, 28. Mai 2016

Rezension zu ,,Leichenfresser" von Brian Keene

Leichenfresser ist mit 400 Seiten am 01. Juli 2013 im Festa Verlag erschienen.


Inhalt:

Etwas lebt auf dem Friedhof und kriecht nachts aus der Erde. Etwas, das nach Leichen sucht und sie frisst. Sommer 1984. Timmy und seine Freunde freuen sich auf die Schulferien. Aber statt Sonne und Comics erwartet sie der tödliche Kampf mit einer grauenhaften Kreatur. Der Ghoul hat ihr Blut gerochen und ist auf der Jagd nach den Kindern. Und niemand hilft ihnen, weil niemand glauben kann, dass ein solches Wesen überhaupt existiert. Der preisgekrönte Horrormeister Brian Keene erzählt eine furchterregende Geschichte von Ungeheuern, Mördern und dem Verlust der kindlichen Unschuld. (Klappentext)

Cover:

Es zeigt drei Kinder, die auf dem Friedhof spielen, über ihnen zieht eine dunkle Wolke auf. Das rötliche, düstere Cover finde ich sehr gelungen und ist passend zum Inhalt.

Charaktere:

Hauptpersonen sind die drei zwölfjährigen Freunde Timmy, Barry und Doug. Dabei ist Timmy eher der Anführer der Gruppe, der die anderen überzeugt und mitreißt, Barry der stärkere, von der vielen Arbeit auf dem Feld und Doug der ängstlichere. Doch sie bilden ein gutes Team und helfen sich, auch wenn es nicht immer einfach ist, denn alle drei haben Probleme in der Familie. Der Thriller thematisiert familiäre Missstände in den Familien, z.B Gewalt, Alkoholkonsum, Missbrauch oder Misshandlungen.
Ich finde die drei soweit sympathisch, auch wenn ich es schade finde, wie der eine sich zum Schluss wandelt.

Auch die anderen, teilweise kümmerlichen, bösen Charaktere finde ich gelungen. So zeichnet Brian Keene ein niederschmetterndes Bild von einem gewaltbereiten Vater, der seine Familie schlägt und einer alkoholkranken, alleinstehenden Mutter, die ihren Sohn zu wenig beachtet und manchmal im missbräuchlichen Sinne zu viel.

Meine Meinung:

Vor ,,Leichenfresser" hatte ich noch kein Buch von Brian Keene gelesen. Ich hörte nur, dass er ein sehr guter Horror-Autor im Sinne von Stephen King sein soll...

Keene katapultiert uns zurück ins Jahr 1984, was ich auch sehr gelungen finde. Komisch fand ich erst mal, dass wir es mit 12 Jährigen zu tun haben, was aber keineswegs ein Kritikpunkt ist. Manchmal könnte man jedoch kritisieren, dass die Gedanken und Handlungen nicht denen von zwölf Jahre alten Kindern entspricht, sondern eher von 14, 15 oder 16 Jährigen.

Die Geschichte um den leichenfressenden Ghoul finde ich gelungen, auch wenn ich Horror mit nur realen Wesen besser finde, da es mich mehr gruselt.
Brian Keene legt hier mehr den Schwerpunkt auf den sozialen Horror, was mir persönlich sehr gut gefällt.. Der Leser hatte also nicht immer nur ein Monster, den Ghoul, im Blick, sondern auch die Erwachsenen, die in diesem Thriller nun wirklich mit Monstern verglichen werden können.

Stellenweise fand ich es einfach schön, Timmy, Barry und Doug bei ihren kindlichen Abenteuern wie z.B dem Bau eines ,,Bunkers" zu begleiten. Es erinnerte mich an meine Kindheit, zugleich aber auch an Abenteuerromanen für Kinder, gebe es da nicht den Ghoul, Gewalt- und Ekelszenen.

,,Der vom Körper abgetrennte Kopf seines besten Freundes schwang wie ein Pendel hin und her, baumelte von der linken Hand des Leichenfressers. Lange, gekrümmte Krallen hielten Dougs Haare fest. Die Kreatur stand am Eingang der Kammer und versperrte ihnen den Fluchtweg..." S. 368

Letztendlich kann ich sagen, dass ich zwischen 4 und 5 Sternen schwanke, denn einerseits ist es ein wunderbares, gruseliges Buch über Jugendliche, die ihre Unschuld verlieren und mit dem alltäglichen Horror konfrontiert werden. Andererseits hat es mich auch nicht übermäßig geschockt oder gegruselt. Ich bin der Meinung, dass man den Ghoul für dieses Buch gar nicht gebraucht hätte, auch wenn sich das komisch anhört, denn es ist nun mal der zentrale Konflikt. Ich fand dennoch eher die zwischenmenschlichen Beziehungen und Abgründe erschreckend und lesenswert.
Das Ende, und es ist wahrlich kein Happy End, schockt den Leser nicht nur mit dem Verlust einer Person, sondern auch damit, dass misshandelte Kinder nicht selten zu Vätern werden, die das gleiche mit ihren Kindern anstellen.

Fazit:
Alles in allem ein tolles Horrorbuch, welches ich gerne Anhängern und Fans dieses Genre empfehlen kann. Brian Keene ist für mich definitiv ein nennenswerter, amerikanischer Horrorautor.
Ich freue mich schon jetzt auf seine weiteren Bücher.

☆☆☆☆

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