Dienstag, 14. Juni 2016

Rezension zu ,,Der Höllenexpress" von Christopher Fowler

,,Der Höllenexpress" ist mit 350 Seiten am 15 September 2014 im Luzifer-Verlag erschienen.

Inhalt:

Stell dir einen klassischen Horrorfilm vor, den Hammer Films nie gemacht hat. Ein grandioses Epos aus den Hochzeiten des Studios, eine Mischung aus den alten Dracula und Frankenstein Filmen und Die Todeskarten des Dr. Schreck ... Vier Passagiere treffen sich auf einer Zugfahrt durch Osteuropa während des Ersten Weltkrieges; konfrontiert mit einem Mysterium, das gelöst werden muss, wenn sie überleben wollen. Als der Ärzengel über das vom Krieg zerrüttete Land kommt, müssen sie herausfinden: Was ist in dem Sarg, vor dem jeder so viel Angst hat? Was ist das tragische Geheimnis der verschleierten Roten Gräfin, die mit ihnen reist? Warum wird ihr Mitreisender, der Brigadegeneral, von seinen eigenen Leuten so gefürchtet? Und was genau ist das Geheimnis des teuflischen Ärzengels selbst? Bizarre Kreaturen, satanische Riten, verängstigt Passagiere und die Romantik einer Bahnreise ... im Stile eines klassischen Horror-Romans. (Klappentext)

Cover:

Das Cover finde ich sehr interessant und gelungen. Es zeigt eine alte Lokomotive, die wahrlich in die Hölle zu fahren scheint.

Charaktere:

Da es in dem Buch um einen Horrorfilm geht, der geschrieben wird, gibt es zwei Hauptpersonen, die mehr oder weniger in Beziehung zueinander stehen.
Einmal Shane, der für Hammer Films das Drehbuch schreibt, von dem wir aber weniger viel erfahren und Nicholas, ein englischer Reisender, der sich auf seiner Reise in Isabella verliebt, mit der er auch fortan reisen wird. Beide, und auch die anderen Reisenden, besitzen sympathische aber auch teils schlechte Eigenschaften und bilden so authentische Personen.
Außerdem gibt es noch verschiedene weitere Personen, die mal ein mehr und mal ein weniger großes Geheimnis verbergen.
Besonders die ,,bösen" Personen des Zuges sind gut beschrieben und vor allem schaurig.

Meine Meinung:

Von Christopher Fowler habe ich bereits eine Kurzgeschichte gelesen, die mich gleich durch einen sehr guten Schreibstil, Wortwitz und eine interessant, gruselige Geschichte überzeugen konnte.

,,Als der Teufel auf die Erde gerufen wurde, schuf er einen Zug, um die Verdammten in die Hölle zu bringen" S.29

Die Idee dieses Romans ist auch hier wiedermal interessant. Er verpackt den Protagonisten als Drehbuchautor, der dann wiederum Drehbücher schreibt. Dadurch entsteht aber eine gewisse Distanz, sodass man mit den handelnden Personen im Film nicht so mitfiebert, da man ja weiß, es ist nur ein Film.
Trotzdem finde ich es interessant und etwas dergleichen, vor allem den Zug als Horrorobjekt zu benutzen, habe ich noch nicht vorher gelesen.

,,Aber ganz bestimmt, antwortete der Zugführer. Unsere Wege durch das Leben sind so fest gesetzt wie Eisenbahnschienen, aber wir alleine schalten die Weichen, über die unser Leben führen wird." S. 115

Leider muss man sagen, dass das Buch ein wenig schleppend in Fahrt kam. Der Anfang war interessant und dann kam auch ein nettes Drama um Nicholas und Isabella, aber leider nichts großartig spannendes oder gruseliges. Interessiert war man aber trotzdem und die mysteriöse Atmosphäre wurde auch gut umgesetzt.

,,Der Beißer kroch langsam näher, wie ein Schakal, der den Tod riechen konnte. Er hatte sich neben sie gestreckt und öffnete sein Maul Zentimeter um Zentimeter in Vorbereitung eines neuen Angriffs. Er wollte vorsichtig - fast zärtlich - in ihre Schuler beißen, an genau derselben Stelle wie zuvor." S.161

Super fand ich, dass es zum Schluss noch mal richtig spannend und gruselig wurde. Es wäre super, wäre dies auch am Anfang und im Mittelteil des Buches so gewesen.

Fazit:
Ein solider Horror-Thriller, der am Anfang ein wenig schleppend vorangeht und dann mit der Kraft einer Lokomotive zum Ende hin immer rasanter und spannender wird.
Wegen des guten Schreibstils drücke ich ein Auge zu und vergebe gut gemeinte 4 Sterne.

☆☆☆☆

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